Wie schon vorher erwähnt bin ich ja Krankenschwester von Beruf. Meine Ausbildung absolvierte ich an der "Krankenpflegeschule des Diakonissenmutterhauses Aidlingen am Kreiskrankenhaus Kirchheim".

Zuerst dachte ich, "das überstehst Du nie!" Denn laut Ausbildungsvertrag verpflichtete ich mich zum gemeinsamen Urlaub mit der Klasse, Wohnen im Wohnheim mit strengen Regeln und einmal wöchentliche Bibelstunde.

Meine Freunde sagten, ich sei verrückt mich darauf ein zu lassen, was bestimmt auch wahr war, aber ich wurde eines besseren belehrt.

Das erste Jahr war schon schwierig, da ich mich nicht so recht in die Gemeinschaft einfügen konnte und ständig rebellierte. Auch der erste Urlaub am Bodensee war nicht so prickelnd.

Doch zu Anfang des zweiten Jahres kam ich manchen Leuten näher, die schon länger darum kämpften mich besser kennen zu lernen. Diese Menschen haben mich nie aufgegeben.

Zuerst lernte ich Ann-Katrin etwas besser kennen, als wir ab und zu miteinander was trinken waren. Dann kam mein Einsatz auf der Gynäkologie, die in einem anderen Krankenhaus war. Da war ich mit Mirjam eingeteilt. Schon nach kurzer Zeit verstanden wir uns richtig gut. Gina lernte ich durch das ständige Haare färben kennen. Ich schloß mich einfach den anderen mal an, wenn sie etwas unternahmen.

Im zweiten und dritten Jahr war der Urlaub dadurch auch viel schöner und interessanter. Im dritten Jahr flogen wir -wie das seit 30 Jahren Tradition ist- nach Mallorca. Da wurde uns dann auch bewusst, daß das unser letzter gemeinsamer Urlaub war.

Im Frühjahr 2006 machten wir unseren Abschluss. Einige blieben in dem Krankenhaus, andere gingen in andere Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen. Und doch verliert man sich nicht aus den Augen, denn die Zeit in der Ausbildung schweißt trotz mancher Differenzen zusammen.

Zusammen mit unseren Schulschwestern haben wir viel erlebt und durchgestanden. Auch im geistlichen haben sie uns unterstützt und viel für uns gebetet. Aber auch für manche Späße waren sie zu haben und der Unterricht war trotz aller Ernsthaftigkeit immer interessant gestaltet.

Zwar wurden wir vor dem Examen ganz schön gefordert, aber nicht umsonst kann die Schule auf 52 Jahrgänge zurückblicken in denen nicht ein Schüler das Examen nicht bestanden hätte. Auch in unserem Jahrgang bestanden alle und wir, die "Lichtstrahlen" waren der gute Schluß, denn die Schule und die Ausbildung in der Form wird es nicht mehr geben.

Schade eigentlich, denn ich hätte anderen dieses Glück auch gegönnt.

Nie werde ich diese Zeit vergessen in der so viel erlebte und zum Glauben fand!!!!

 

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