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Jess, warum gehst du in die Schweiz?

Das war die Frage von vielen als ich verkündete, daß ich ab 19. April in der Schweiz arbeiten werde.

Für meine Entscheidung gab es viel Gründe.

1. ich hatte in Deutschland über hundert Bewerbungen als Krankenschwester losgeschickt und keine Stelle, teilweise noch nicht mal eine Antwort erhalten

2. Das Arbeitsamt verlangte von mir, daß ich für 800 Euro im Monat eine Stelle im Altenheim annehmen sollte

3. der deutsche Staat mit den horrenden Steuern und der ungerechten Verteilung der sozialen Hilfen kotze mich gehörig an!

 

Das war Grund genug für mich in ein Land zu gehen in dem ich sofort eine Stelle bekam und ein, für meine Arbeit angemessenes Gehalt mit dem man ganz gut leben kann.

 

Viele konnten das nicht verstehen, zumindest die nicht, die Arbeit hatten!

 

Daß ich meinen Freund und meine Familie hier zurück lassen musste fiel mir zwar schwer, aber ich bin dennoch egoistisch genug trotzdem zu gehen.

Bis jetzt bereue ich meinen Entschluß nicht und ich kann nur jeden ermutigen der so etwas vor hat. 

22.5.07 08:19, kommentieren

Der erste Arbeitstag - alles anders als in Deutschland!

Am 19. April 2007 sollte mein erster Arbeitstag sein. Ich begann um 6.45 Uhr in der Frühschicht.

Da ich ja schon einen Probetag hatte, kannte ich schon die Station und hatte ein wenig Ahnung vom Ablauf des Tages. Meine Kollegin, die für mich zuständig war, arbeitet den ganzen Tag mit mir zusammen, zeigte mir alles und beantwortetet mir alle Fragen die ich hatte.

Die Patienten merkten schnell, daß ich keine Schweizerin war und gaben sich Mühe deutlich zu reden und wenig Wörter zu benutzen die ich nicht verstand.

Da ich jetzt richtig dort arbeitet merkte ich, daß einiges anders war als ich es in Deutschland gelernt hatte. Viele Sachen, die ich in Deutschland als überflüssig angesehen hatte, wurden hier gar nicht mehr gemacht und das gefiel mir. Auch musste ich nicht alles dreifach in der Patientenakte dokumentieren, da es in Schweiz so gut wie keine Patienten gab, die auf die Idee kamen das Spital oder den Arzt zu verklagen. Im Gegenteil, sie sind sehr dankbar und erkannten meine Arbeit an. Ich war nicht mehr die Putzfrau und der letzte Dreck, wie ich es von Deutschland gewohnt war. Auch die Ärzte (sogar der Oberarzt) stellten sich mir persönlich vor und boten mir das "Du" an. 

Auch neu war, daß ich ab jetzt i.v. spritzen, Blut abnehmen und venöse Zugange legen durfte, bzw. musste. Das war mir in Deutschland wegen der Risiken und der rechtlichen Grundlagen streng verboten.

Das sollte nicht das letzte sein, was neu war und ich sollte noch viel lernen, vor allem über die Sprache, die schon fast einer Fremdsprache glich.

 

22.5.07 08:46, kommentieren

Vokabelliste - Teil 1

Leider gibt es in der Schweiz Wörter, die in der Schriftdeutschen Sprache nicht vorkommen.

Hier eine kleine Auswahl der ersten Wörter die ich gelernt habe:

  • Züni - "zu neun" (Frühstückspause)
  • Lavabo - Waschbecken
  • Velo - Fahrrad
  • Töff - Motorrad
  • Tam tam - jegliche Art von Pudding
  • Weggli - weiche Milchbrötchen
  • Kartoffelstock - Kartoffelbrei
  • zügeln - umziehen
  • Gschwellte - Pellkartoffeln
  • Mineral - Sprudel (Wasser mit Kohlensäure)
  • Glace - Eis
  • Garage - Werkstatt
  • Chäs - Käse
  • Finken - Hausschuhe
  • lose - hören
  • luaga - sehen
  • go poste - einkaufen gehen
  • s puff dihai ha - zu Hause in der Wohnung ist es unordentlich

1 Kommentar 22.5.07 09:12, kommentieren

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